Explodierende Speicherpreise – Hat die Regierung nur die 'Lebensmittel…

Während die Regierung Zucker- und Mehlpreise streng überwacht, bleibt sie bei den stark steigenden Preisen für Speicherhalbleiter, die Smartphones und Laptops verteuern, untätig. Kritiker bemängeln, dass sich die Definition von „Lebenshaltungskosten“ weiterhin auf traditionelle Waren des täglichen Bedarfs beschränkt, obwohl sich die realen Alltagsgüter längst verändert haben.
Premium-Smartphones kosten inzwischen weit über zwei Millionen Won. Faltbare oder High-End-Modelle nähern sich drei Millionen Won, sodass ein Gerätewechsel zur finanziellen Belastung wird.
Das Phänomen lässt sich nicht allein mit Wechselkursen erklären. Eine Analyse der Preisstruktur von Smartphones und PCs zeigt, dass vor allem die strukturell gestiegenen Preise für Speicherchips als Kernkomponenten ausschlaggebend sind.
Marktforschern zufolge hat die stark gestiegene Nachfrage nach HBM für KI-Server dazu geführt, dass Hersteller ihre Produktionslinien auf margenstärkere HBM-Produkte ausrichten, während das Angebot an Standard-DRAM sinkt. Der Preisanstieg seit 2024 setzt sich über 2025 bis Anfang 2026 fort und hat den Begriff „Chipflation“ geprägt.
Die Profite spiegeln sich in den Geschäftszahlen wider. SK Hynix erzielte 2025 dank KI-Speicher und HBM einen Umsatz von 97,1467 Billionen Won und einen Betriebsgewinn von 47,2063 Billionen Won. Samsung Electronics meldete ebenfalls eine deutliche Erholung seiner Halbleitersparte im vierten Quartal 2025.
Für Unternehmen ist es ein Boom, für Verbraucher eine Belastung. Höhere Speicherpreise schlagen sich in Endgeräten nieder. Verbraucher müssen mehr zahlen, Abstriche machen oder ihre Austauschzyklen verlängern.
International reagieren Regierungen unterschiedlich. Die US-Regierung unter Trump setzte auf „reziproke Zölle“, nahm jedoch zentrale Elektronikprodukte von Zöllen aus, um Preisschocks bei Konsumgütern zu vermeiden. Japan investiert Milliarden in den Aufbau heimischer Halbleiterkapazitäten, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die EU stärkt mit dem European Chips Act ihre Produktionsbasis und Krisenmechanismen.
Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Erkenntnis, dass auch digitale Gerätepreise Teil der Lebenshaltungskosten sind.
In Südkorea hingegen bleibt der Fokus stark auf klassischen Lebensmitteln. Digitale Grundgüter wie Smartphones oder Laptops spielen in der Preisdebatte kaum eine Rolle.
Zwar kann der Staat globale Halbleiterpreise nicht direkt beeinflussen. Doch steuerliche Anreize, Kaufzuschüsse oder gezielte Unterstützung für einkommensschwache Haushalte wären denkbar.
Solange die Definition von Grundbedarf nicht erweitert wird, droht der Ruf nach „Preisstabilität“ an der Realität vorbeizugehen.







